Sinnflut 2010 – Tag 6

Ein Tag voller Highlights! Auf der Musicwoldbühne traten „The Gauwailers“, „Berivan Kaya & Titus Waldenfels“ und die Erdinger Band „The Barillas“ auf. Diese überzeugten das Publikum sehr schnell mit ihrem neuem Programm aus der Genre Indie und Pop.

Trotz Regen und Kälte, oder sollte man sagen wegen Regen und Kälte, war der Tanzbereich direkt vor der Band prall gefüllt. Man kann sicher sein, dass man von dieser Band noch viel hören wird.

Während „The Barillas“ Sinnflut rockten, unterhielt der bayerische Türke Django Asül in der Sinnflut Arena die Zuschauer mit seinem neuem Programm „Fragil“.

Fragil – das Wort stammt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie zerbrechlich. Gut, man hätte das Programm auch „zerbrechlich“ nennen können. Aber Fremdwörter klingen nun mal irgendwie intelligenter. Und welcher bescheidene Künstler gibt sich nicht gerne der leisen Hoffnung hin, dass auch oder gar vor allem Intelligente den Weg in die Vorstellung finden?

Doch selbst dem Pseudo-Intelligenten dämmert langsam: Fragilität ist in der Tat zum Alltagsphänomen geworden in unserer Gesellschaft. Von oben bis unten, von quer bis rüber und von wegen bis überhaupt sind wir umgeben von fragilen Strukturen. Letzten Endes ist sogar das einst stabile Deutschland fragiler als erwartet. Die Politik lässt nichts unversucht: Die Armen fühlen sich im Stich gelassen, die Reichen verfolgt und die Leistungsträger ausgebeutet.

Und so bohrt sich das Fragile in alle Lebensbereiche: Ob Familie, Arbeitsplatz, Freizeit oder Schule – eine vom Staat ungewollte, aber dennoch veranlasste Verwahrlosung macht sich überall breit. Und der Bürger ist endgültig Staatsfeind Nummer eins. Das Misstrauen ersetzt das Gemeinsame und macht das Fragile an sich zum Perpetuum Mobile.
(http://www.django-asuel.de/programm/fragil.htm)