Rock am Forst 2006

Nach über einem Jahr der Planung durch den Förderverein „Mach Mit“ war es am 22. Juli 2006 soweit: Das 1. Open-Air-Festival der großen Kategorie hatte seine Premiere im Forstinninger Gewerbegebiet.

Rund 2000 Besucher waren gekommen, um sich das Spektakel nicht entgehen zu lassen. Für 12 Euro VVK (15 Euro Abendkasse) wurde dann auch einiges geboten, wo wir auch schon beim zentralen Thema wären – den Bands:

Gsindl hatten die harte Aufgabe als Anheizer bei tropischen Temperaturen und stechender Sonne die Gäste zu motivieren. Was sie ablieferten war eine Bühnenschow der obersten Klasse. Ungebremste Spielfreude, kräftiger Gesang und 100% Leistung überzeugten nicht nur den extra angereisten Fanbus, sondern auch zahlreiche Gäste, denen diese Band eigentlich völlig unbekannt war. Für die Jungs war es das erste richtig große Konzert und dann auch noch ein Heimspiel, denn „Gsindl“ kommen aus der Gegend um Forstinning. Bayrische Texte gepaart mit kräftigem Rock sind ihr Markenzeichen. Spätestens bei „Da Hof is am brenna“ (eine Persiflage auf „the roof is on fire“) gab es kein Halten mehr. Frontman Kone Brummer stürzte sich ins Publikum und war sichlicherweise selbst überwältigt von diesem gradiosem Auftritt.

Über 30 Grad im Schatten, ein Open-Air-Gelände und viele bestens gelaunte Gäste – Idealvoraussetzung für Jamaram. Die 8 Musiker aus München waren in ihrem Element. Spielten sie vor ein paar Jahren noch endlose Jamsessions, so präsentiert die Band heute auf der Bühne eine rasante Live-Show. Im Jahr 2000 gegründet und inzwischen aus der Szene nicht mehr wegzudenken (allein über 100 Auftritte europaweit 2005) zog die Band die Besucher in den Bann der Musik. Ihr Jamaram-Stylee, ein Feuerwerk aus Melodien, Groove und Leidenschaft, überzeugt und ist authentisch. Am Ende des Gigs mischte sich die Band unter die Fans und feierte ganz nah und unplugged einen gelungenen Auftritt. Egal wie groß die Bühne ist – Jamaram ist und bleibt eben doch eine große Jamsession unter Freunden.

Inzwischen war es dunkel und der Topact des Abends, Liquido, eroberte die Bühne. Für alle, die sich jetzt schon fragen: Nein, „Narcotic“ is nicht der einzig bekannte Song der Band aus Heidelberg. Da waren viele erstaunt, was man doch so alles kennt. 10 Jahre tourt die Band bereits durchs Land und diese Routine merkt man den 4 Musikern auch an. Trotz Ausfall der Monitoranlage hielten sie tapfer durch und präsentierten einen Mix aus Punk, Electro, Acoustic, Roots, Disco, Rock, Pop und Indie – eben den Liquido-Stil. Zum Schluss durften noch ein paar auserwählte Mädels auf die Bühne und feierten zusammen mit Band und Veranstalter-Team eine gelungene Premiere des 1. Rock am Forst Festivals.

Fazit: Sehr gute Organisation, spitzen Bands, preislich alles okay (0,5 Spezi 2 Euro, 0,5 Bier 2,50 Euro) und ein zufriedenes Publikum. Bis zum nächsten Jahr!

Text: Ferdi Fotos: Thorti, Poddi, Huggy Bär & Flosch88