Ist die Kommunalwahl unwichtig?

Ist die Wahl auf kommunaler Ebene unwichtig geworden? Wohl eher nicht. Doch dieser Eindruck entsteht, wenn man sich die Beteiligung der Bürger an den jeweiligen Wahlen ansieht. Wie Sat1Bayern berichtet, ist der Wahlbeteiligung auf einem Tiefstand. Vor allem bei der Kommunalwahl. Woran liegt das?

Generell gehen mehr Leute zur Bundestagswahl als zur Kommunalwahl. Das ist in Erding nicht anders. 2013 gingen im Wahlkreis 214 Erding – Ebersberg 74,7 Prozent zur Wahlurne. Das ist nicht mal ein Prozent weniger als 2009 (75,5 Prozent). Bei der letzten Kommunalwahl im Jahr 2008 gingen in Erding nur 54,1 Prozent der Wahlberechtigten zur Urne.

Politikwissenschaftler Prof. Klaus Stüwe nennt im Interview mit Sat1Bayern einige mögliche Gründe für die Entwicklung, dass wir anscheinend lieber zur Bundestagswahl gehen, als zur Kommunalwahl in der eigenen Heimat. „Also die Wahlforschung sagt uns das ziemlich deutlich: Viele Wähler unterscheiden nach ihrer Ansicht, wie bedeutend eine Wahl ist“, so Stüwe. Demnach könnte das ein Indiz sein, dass die Wähler die Bundestagswahl als wichtiger ansehen, als die Kommunalwahlen. Dabei sei dies eigentlich ein Irrtum, stellt der Politikwissenschaftler fest, denn schließlich ist das politische Leben in unserer engsten Umgebung oft wichtiger, als das, was in Berlin passiert.

Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) kann die niedrige Wahlbeteiligung in Erding nachvollziehen: „Erding ist eine vom Zuzug und Wegzug her stark geprägte Stadt. Wir haben im Jahr über 3.000 Menschen, die herziehen, die kennen die Leute oft gar nicht, die kennen die Stadtratskandidaten nicht.“ Die Bundestagswahl gebe die Bequemlichkeit der Richtungswahl. „Da wähle ich eine Partei. Da muss ich mich nicht groß reinlesen“, erklärt der CSU-Politiker im Gespräch mit ednetz. Dennoch appelliert Gotz an die Bürger: „Unbedingt Wählen gehen.“

Zu viele Parteien, wenig Durchblick?
ednetz hat die wichtigsten Infos zur Kommunalwahl, den Parteien und den OB-Kandidaten zusammengetragen.