Kommunalwahl: Ein Leitfaden

Zwei riesige Listen im Format einer Tageszeitung voller Namen gibt es am Wahltag für den Wähler zum Ankreuzen. Wie viele Kreuze darf ich machen? Wo darf ich die machen und was passiert, wenn ich mich verzählt habe? Was geschieht mit meiner Stimme, wenn ich nicht zur Wahl gehe? Die Antworten auf diese Fragen und noch weitere Infos gibt es hier in unserem kleinen Leitfaden zur Kommunalwahl 2014 in Erding.

Wer wird gewählt?

  • Der Oberbürgermeister bzw. erste Bürgermeister einer Stadt oder Gemeinde
  • Der Stadt- bzw. Gemeinderat
  • Der Kreistag
  • Der Landrat

Wer darf wählen?

Bei der Kommunalwahl darf jeder EU-Bürger wählen, der das 18. Lebensjahr vollendet hat und seit mindestens zwei Monaten seinen dauerhaften Wohnsitz in der entsprechenden Gemeinde/Stadt hat.

Warum eigentlich wählen gehen?

Bei der Kommunalwahl wählst du Vertreter, die dein direktes Umfeld betreffen. Deine Stadt, dein Zuhause, deine Heimat. Du solltest dir genau überlegen, wen du wählst, denn du entscheidest mit, wer künftig wofür Geld ausgeben darf. Die gewählten Vertreter bestimmen, was in deiner Heimat passiert, zum Beispiel wenn es um die Errichtung neuer Spielplätze oder den Straßenbau geht. Wenn du zur Wahl gehst, vergiss nicht, deinen Personalausweis oder deinen Reisepass mitzubringen

Wie wählt man?

Bei der Kommunalwahl bekommt jeder Wähler vier Zettel. Für jede Abstimmung einen. Also einen Stimmzettel für die Wahl des Bürgermeisters und einen für den Landrat. Das sind die kleinen Zettel, wo je einfach ein Kreuz bei dem gewünschten Kandidaten gemacht wird. Pro Abstimmung hast du eine Stimme.

Wahl1Die Stimmzettel für die Kreisräte und den Stadtrat sind umfangreicher und daher auch um einiges größer. Das sind die großen Listen. Hier hast du so viele Stimmen, wie es Mandate gibt. Der Erdinger Stadtrat hat 40 Mitglieder, also hast du 40 Stimmen. Diese kannst du verteilen, wie du willst.

Du kannst zum Beispiel alle deine Stimmen an eine Partei vergeben. Dafür brauchst du nur ein Kreuz oben auf der Liste neben der Partei machen. Bei dem sogenannten Listenkreuz bekommt jede/r Kandidat/in eine Stimme. Ist er öfter auf der Liste, bekommt er entsprechend mehr. Du kannst aber auch kumulieren und panaschieren, das heißt, dir ein Gremium selbst zusammenstellen.

Was ist kumulieren?

Wahl2Du kannst jedem Kandidaten deiner Wahl eine, zwei oder drei Stimmen geben, bis dein Stimmenkontingent aufgebraucht ist. Das nennt man kumulieren. Vorsicht: Wenn du einem Kandidaten mehr als drei Stimmen gibst, wird dein Stimmzettel ungültig. Ebenso ungültig ist dein Wahlzettel, wenn du mehr Stimmen abgibst, als es Mandate gibt (im Fall des Erdinger Stadtrats also mehr als 40).

Und was ist jetzt panaschieren?

Wahl3
Panaschieren bedeutet, dass du deine Stimmen beim Kumulieren an Kandidaten verschiedener Parteien vergeben kannst. Du kannst also beispielsweise 25 Stimmen auf Kandidaten von Partei A verteilen, 10 auf Kandidaten von Partei B und 5 auf Kandidaten von Partei C. Natürlich kannst du genauso gut alle deine Stimmen Kandidaten von nur einer Partei geben.

Wenn du nach dem Verteilen deiner Stimmen noch welche übrig haben solltest, kannst du diese einer Partei geben. Also wieder ein Listenkreuz machen. Wenn du zum Beispiel noch 15 Stimmen übrig hast, bekommen diese die ersten 15 Kandidaten auf der Liste. Jene, die öfter auf der Liste stehen, bekommen dementsprechend mehr. So hast du all deine Stimmen abgegeben und keine verschenkt.

Wenn du ein Listenkreuz machen möchtest, aber darauf ein oder zwei Kandidaten sind, die du nicht wählen willst, dann streich die entsprechenden Namen einfach durch. Achtung: Ein Listenkreuz ist nur einmal möglich.

Wenn du sichergehen willst, dass du alles richtig machst, kannst du schon mal üben. Der Münchner Merkur stellt hierfür einen interaktiven Stimmzettel für die Kommunalwahl 2014 zur Verfügung.

Am Wahltag keine Zeit?

Wenn du am Tag der Wahl nicht zu Hause bist oder aus anderen Gründen nicht zur Wahl gehen kannst, dann kannst du vorher die Unterlagen zur Briefwahl beantragen. Der Vorteil: Du bekommst alle Stimmzettel nach Hause geschickt und kannst dort ganz gemütlich wählen. Außerdem kannst du dir auch Zeit nehmen, die Listen durchzuschauen und bist nicht dem Platzmangel einer Wahlkabine ausgesetzt.

Deine Briefwahlunterlagen kannst du hier beantragen. Der Antrag muss spätestens am 7. März beim Wahlamt sein.

Für detaillierte Informationen stellt das Landratsamt Erding eine Broschüre bereit.