Interview mit Hans Egger (Erding Jetzt)

Zum zweiten Mal zieht Hans Egger von der unabhängigen Wählerinitiative Erding Jetzt in den Wahlkampf um das Amt des Oberbürgermeisters. Er hat bereits konkrete Vorstellungen, wie die Innenstadt mehr belebt und die Verkehrssituation für die Erdinger angenehmer werden könnte. Aber er wünscht sich auch die Zusammenarbeit und den Dialog mit den Bürgern.

Herr Egger, bei der letzten Kommunalwahl 2008 nannten Sie sich selbst in einer Wahlkampagne “O’Egger”. Sehen Sie sich noch immer als jemanden, der gerne aneckt?

Hans Egger, Foto: Hans Egger
OB-Kandidat Hans Egger, Foto: Hans Egger

Nein. Also das war schon unsere Startphase. Da waren wir so ein bisschen die Revolutionäre. Wenn man dann mal in der Kommunalpolitik die Hintergründe auch ein bisschen kennt, geht man da ein bisschen vorsichtiger damit um.
Aber wenn man startet, dann muss man auch ein bisschen deutlicher werden oder ein bisschen provokanter, weil man sonst nicht wahrgenommen wird.

Denken Sie, dass man anecken sollte, wenn man in die Politik geht oder nutzt das nur der Aufmerksamkeit, wenn man gerade erst an den Start geht als neue Partei?

Eher für den Start. Ich meine, sich kritisch mit Themen auseinandersetzen, ist ja nicht anecken. Anecken heißt, dass man ein bisschen Emotionen provoziert, dass man Aggressionen provoziert. Das soll man eigentlich vermeiden in der Kommunalpolitik. Da müssen wir schon mehr kollegial zusammenarbeiten. Es gibt ja dann auch nicht die Guten und die Bösen, sondern es versucht ja jeder irgendwie, etwas beizutragen. Darum ist Anecken eher kontraproduktiv.

Jetzt haben Sie den neuen Wahlslogan „Erding, sei wia’s sei soi!“ – wie soll es denn sein?

Das ist genau die Frage. Deswegen haben wir diesen Satz so formuliert, weil wir das eben nicht vorgeben wollen, wie es sein soll, sondern wir wollen das von den Bürgern hören. Und der Zweck ist erreicht worden mit dem Satz. Es kommen viele, die sagen: Wie habt ihr das gemeint? Und dann kann man sagen: „Ja, wie soll es denn sein?“ Das ist eben die Frage, die man provoziert. Und dann kommt man mit den Bürgern ins Gespräch und dann kann man ihnen sagen, dass wir unsere Politik eben nicht so verstehen, dass wir sagen: „Es soll so sein und so sein.“ Sondern der Bürger soll sich überlegen, was er denn eigentlich haben will und uns dann mitteilen.

Eines Ihrer Anliegen ist ja auch die „Transparente Rathauspolitik“.

Ja zum Beispiel.

Es wird immer gesagt, dass die Leute sich nicht kümmern um Kommunalpolitik und deswegen braucht man das Rathaus nicht gläsern machen, weil es kann sich ja jeder in eine Sitzung reinsetzen. Das stimmt zum Teil, aber man muss den Leuten auch die Möglichkeit geben, sich von zu Hause aus zu informieren über Internet. Ohne sich Zeit zu nehmen, in eine Sitzung zu gehen, wo man dann sowieso relativ wenig mitbekommt.

Welche Möglichkeiten würde es da geben?

Zum Beispiel kann man öffentliche Sitzungsprotokolle im Internet veröffentlichen. Die Tagesordnungen, die sind ja jetzt schon im Internet ersichtlich, aber man kann auch die Redeprotokolle, die Unterlagen, die dann den Stadträten übermittelt werden, veröffentlichen. Es gibt ja Unterlagen zu den Tagesordnungspunkten, die sind nirgendwo ersichtlich.

Sie und Erding Jetzt haben auch einige Pläne für die Belebung der Innenstadt und plädieren für mehr Parkplätze. Würde dies nicht den Verkehr in der Innenstadt wieder erhöhen?

Das würde ich so nicht sagen. Wir haben ja jetzt einen Parkplatzsuchverkehr und das Auto, das Sie da vorbeifahren sehen, das kommt vielleicht schon das dritte Mal vorbei. Und der Parkplatzsuchverkehr ist etwas, was man sich sparen kann, wenn die Leute genau wissen, da bekomme ich jetzt einen Parkplatz.

Andererseits: Parkplätze werden immer zu wenig sein. Aber solange die Leute ohne Auto einfach nichts unternehmen, muss man sich mit dieser Situation einfach irgendwie zufriedengeben und sich darauf einstellen. Die Leute steigen einfach ins Auto, weil sie auch immer komfortabler unterwegs sein wollen und ihre Einkäufe bequem nach Hause transportieren wollen. Wir wollen ja eine belebte Innenstadt und die Leute kommen zum Einkaufen eben mit Auto. Und die innenstädtischen Einzelhändler kann man nur auf Dauer dort halten, wenn die Leute zumindest so nah hinfahren können, dass das einigermaßen passt.

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